
Das Kino ist 1936/37 als Filmtheater mit vorderer typologischer Theaterschaufassade, durch Backsteinvorbauten mit Putzflächen, und angegliedertem Zweckbau, dem Kinosaal, errichtet worden. Gemeinsam mit anderen regionaltypischen Kinos aus der Zeit von 1900 bis 1940 unter Denkmalschutz gestellt und nach deren Verlust durch Brand (Neubrandenburg, Neustrelitz etc.), ist es nun das letzte seiner Art. Bereits vor der “Wende“ schloß es seine Türen, bis es von uns nach vollständiger Sanierung 2001 wiedereröffnet wurde. Somit sind wir nun das dienstälteste Lichtspielhaus der Region.
Der klassisch proportionierte mit neuem rotem Samt ausgeschlagene Kinosaal mit einer neuen Aufstufung für beste Sichtverhältnisse verfügt über bequeme Sitze (107 Plätze).Keine moderne schwarze Buchte. Die Tonanlage könnten wir jederzeit THX-Zertifizieren lassen, aber das ist verschwendetes Geld. Unsere Unser Filmprojektor arbeitet mit 35 mm Kopien, der Dolby-Digital-Surround- Ton wird neben derTonanlage durch die Kassettenholzflechtdecke zusätzlich in seinem Raumverhalten optimal moduliert.
Das grundsätzliche Konzept eines Landkinos haben wir beibehalten, wir spielen alle Filmgenre für alle Bevölkerungsgruppen, natürlich in Teilen in Abhängigkeit von der Nachfrage. Also flimmert ein Aktionfilm genauso wie ein sogenannter “Kultur“film über die Leinwand. Dann gibt es noch die Filme, die unabhängig davon ins Programm genommen werden, weil sie einfach gut und sehenswert sind oder das Herz eines Cineasten höher schlagen lassen.
Wir verstehen uns als freies Kino, das selbst bestimmt, welche Filme gespielt werden. Ist der Film ausgewählt, muß dann jedoch das Kamel durchs Nadelöhr, denn die Verfügbarkeit der limitiert zur Verfügung stehenden Filmkopien, wird nach Umsatzzahlen der einzelnen Filmleinwände vergeben. Bei vielen Kopien im Markt geht es meist schneller, bei wenigen eben allzu langsam. Da wir jeden Montag ad hoc disponieren, haben wir manchmal einfach Glück, manchmal müssen wir jedoch auch länger warten.
Ja,ja..wir wissen schon...ein Wagnis in einer Kleinstadt der Größenordnung von knapp über 3000 Einwohnern. Wenn da nicht unsere Stammgäste wären und unsere Sommergäste, die sich jedes Jahr auf das Kleine Kino mit großem Saal freuen, in das man mit Familie gehen kann und sich auch noch Popcorn zu nicht astronomischen Preisen leisten kann.
Die Digitalisierung, durch die Produktionsfirmen und -verleiher vorangetrieben, steht an.
Die Finanzierbarkeit der Digitalisierung für Kleinststandorte ist nicht gesichert. Fördermittel gibt es bisher nur bei wirtschaftlich relevanten Kinos ( Mindestnettokartenumsatz von 40.000 € oder 8.000 Besuchern jährlich ).
Also spielen wir weiter, solange noch 35-mm Kopien “guter Filme“ zur Verfügung stehen und “Kino machen“ neben der vielen Arbeit noch Spaß macht.
Ihr Kinoteam